Auf dieser Seite haben wir unser Reise nach Indien beschrieben.

Indienreise vom 07. bis 16. Dezember Intro
Hier ein kurzer Abriss über unsere Reise

Kurz vor Weihnachten wagten wir uns noch zu einer Reise nach Indien, genauer gesagt nach Delhi, Agra und Jaipur. Zu unserer großen Freude begleitete uns diesmal meine liebe Schwester Elke. Gemeinsam konnten wir einen kleinen Teil von Indien erkunden. Die Menschen, das Essen, die Religion, die Gebäude und Straßen, alles war für uns neu, aufregend, aber auch teilweise gewöhnungsbedürftig.
Unsere Reise beginnt in Agra
Von Delhi and Agra zum Mausoleum von Mogul Akbar
Nach einer 4 stündigen Anreise, gestartet sind wir unmittelbar nach der Landung in Delhi, erreichten wir unsere erstes Ziel, Agra .
Dort besuchten wir Sikandra, das Mausoleum von Mogul Akbar, erbaut Anfang des 17. Jahrh. Die Grabstätte steht in einem Garten, umgeben von einer Mauer und 4 Toren. Wir betraten die Anlage durch das Haupttor im Süden, ein Tor aus rotem Sandstein, mit einem gewaltigen Mittelbogen, der mit farbigen Mosaik aus eingelegten weißen Marmor, schwarzem Schiefer und bunten Steinen verziert ist.

Das Mausoleum ist aus verschieden farbigem Marmor gebaut und ebenfalls reichlich mit Einlegearbeiten verziert.


Zu unserer Überraschung trafen wir auf dem riesigen Gartengelände auf besondere Besucher. Jede Menge Affen leben hier und fühlen sich offensichtlich wohl.

Taj Mahal und der Palast der Winde
Sonnenaufgang am taj Mahal und der palast der Winder bei nacht
Am nächsten Tag war um 05:45 Uhr Abfahrt zum Taj Mahal. Früh Aufstehen, um das besondere Anwesen bei Sonnenaufgang zu erleben. Aber wir waren nicht die Ersten, eine lange Schlange hatte sich bereits bei der Eingangskontrolle gebildet. Was uns danach sahen, entschädigte das Warten, es war unbeschreiblich. Ein Traum in weiß. 20 000 Arbeiter aus Indien, Persien, dem Osmanischen Reich und Europa wurden beschäftigt und brauchten 22 Jahre, um dieses weltbekannte Gebäude zu errichten.

Mogul Shan Jahan ließ das Grabmahl damals für seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal erbauen, die 1631 verstarb. Wir waren sprachlos, als wir durch den Garten und in den Gebäuden waren, soll eine Pracht bis ins Detail mit vielen wertvollen Materialien und außergewöhnlichen Arbeiten, die wir zuvor noch nie gesehen hatten. Marmorgitter, Blumenmotive aus Intarsien mit Schmucksteinen, gemeißelte Reliefarbeiten, Kalligrafie mit Koranschriften als Einlegearbeiten mit schwarzem Marmor.
Im Garten das Spiegelbild im Lotusbecken und natürlich die berühmte Marmorbank, auf der jeder ein Foto machen möchte – wir auch 😉Insgesamt sollte das Taj Mahal ein Abbild des islamischen Paradieses sein, eine tolle Vorstellung.

Weiter führte unsere Reise nach Jaipur. Eine Stadt, die Mitte des 17. Jahrh. erbaut wurde und seit dem frühen 18. Jahrhunderts der Wohnsitz der damaligen Herrscher war. Wir konnten den Stadtpalast und Hawa Mahal dem „Palast der Winde“ besichtigen.
Ein Teil des Stadtpalastes wird heute noch von Nachkommen der Maharadschas bewohnt, andere Teile sind Museen, die die Geschichte dieser Zeit zeigen. Man konnte viele Teile der Anlage besichtigen, mehrere Innenhöfe, die Empfangshalle und Gästehäuser.
Auch die Audienz Halle mit dem Thron konnten wir sehen. Alles wieder sehr prachtvoll und beeindruckend. Danach bahnten wir uns den Weg zwischen Menschen, Autos, TukTuks und Ochsen, dann zeigte sich das Wahrzeichen von Jaipur, der Palast der Winde. Mittlerweile war es dunkel und das Gebäude strahlte mit seiner ganzen Pracht.

Der außen reichlich verzierte Bau mit seinen 5 Etagen wirkt er sehr groß, doch ist er nur einen Raum breit. Er diente ausschließlich den verschleierten Haremsdamen. Sie konnten von dort unbemerkt das Strassengeschehen beobachten.
Fort Amber
Festungspalast aus dem 17. und 18. Jahrundert
Unser nächstes Highlight war Fort Amber. Der Festungspalast diente im 17. bis Mitte 18. Jahrh. als Herrschersitz, danach, wie oben beschrieben, verlegte man es nach Jaipur.

Das Fort thront oberhalb von Amber und wer wollte, konnte den Weg hinauf auf einem Elefanten bestreiten.




Da wir mit einem PKW unterwegs waren, war das die einfachere Möglichkeit. Das aus Sandstein und Marmor erbaute Anwesen begeisterte wieder mit seinen wunderschönen Details.
Große verzierte Tore, Fenster mit Gitterwerk aus Marmor, Decken mit Blumenreliefs und Glasintarsien zeigen die Pracht . Wunderschön zu sehen im Sheesh Mahal: Der Lichtschein einer einzigen Kerze verwandelt die Kammern mit den vielen kleinen Spiegeln in ein funkelndes Sternenzelt.

Wir lassen Jaipur hinter uns und fahren direkt nach Dehli, wo wir die nächsten Tage verbracht haben.
Old Delhi und die Moschee Jami Masjid
Modern und ganz alt, ganz nah beieinander
Delhi mit seinen über 30 Millionen Einwohnern und Hauptstadt Indiens ist schon immer ein wichtiger Ort gewesen. Zwischen modernen Häusern sieht man Ruinen der ersten islamischen Herrscher aus dem 12. Jahrh., Mogul Monumente und Bazare aus dem 16. und 17. Jahrh., sowie Kolonialbauten der Briten aus den 1930er Jahren. Die Kontraste spiegeln sich auch im Verkehr. So fahren Luxuskarossen zwischen Ochsenkarren, TukTuks und Rollern. Manchmal mischen sich auch Tiere dazwischen, das gehört dazu. Die Kleidung der Inder ist auch so unterschiedlich, neben westlich gekleideten Personen sieht man Frauen mit dem traditionellen Sari oder Männer mit Turban. Es ist voll, laut und leider meistens schmutzig, die Luftverschmutzung mit eingeschlossen. Trotzdem wagen wir uns ins Getümmel der Großstadt und begannen mit Old Dehli.
Mit Taxi und Metro fuhren Elke und ich erst einmal 1 Stunde bis zum Zentrum von Dehli. Mit unserem Guide an der Seite trafen wir auf eine andere Welt. Nichts was wir bisher gesehen hatten war vergleichbar mit diesem Teil der Stadt. Es war wie „beamen“ in eine andere Zeit. Wir besuchten die Moschee Jami Masjid.

Der damalige Herrscher Shah Jahan gab 1656 den Auftrag diese große Moschee zu bauen. Ringsum ist eine Mauer und 3 Eingangstore. Innen ein großer quadratischen Platz, mit einer Seitenlänge von 28 Metern. Dort finden zum Freitagsgebet 20.000 Gläubige Platz.
Weiter ging es per Rikscha. Ein sportlicher Mann trat kräftig in die Pedale und brachte uns 3 mit zügigem Tempo in Richtung Bazar und den Märkten.

Ein wildes Gewusel und Lärm erwartete uns. In den schmalen Gassen drängten sich Menschen, Rollerfahrer und Händler mit ihren mobilen Verkaufsständen.
Wir sahen unendlich viele kleine Geschäfte aneinander gereiht, teilweise kleiner als Garagen. Es gab viel Schmuck, Deko, Kleidung, aber auch Gewürze, Nüsse und allerlei Lebensmittel. Zwischendrin Angebote für Essen und Trinken und natürlich den Chai Tee im traditionellen Tonbecher, der uns besonders gut schmeckte.
Noch nicht genug von soviel Neuem genossen wir auch noch eine wilde Fahrt mit einem TukTuk. Ich kannte es bereits aus Thailand, aber das war kein Vergleich. Indiens Verkehr hat besondere Regeln oder gefühlt keine, je nachdem.
Rotes Fort und Sikh Tempel
Modern und ganz alt, ganz nah beieinander
Umgeben von einer hohen roten Sandsteinmauer und seinem imposanten Haupteingang, des Lahore Gate, betraten wir Lal Qila, das Rote Fort in Delhi.
Uns erwartete ein riesiges Gelände mit einem Park und mehreren Gebäuden wie Hallen für Audienzen, Gemächer der Frauen und des Herrschers, eine Moschee und natürlich die Hamams, die damaligen Bäder.



Vieles ist wieder aus Marmor, verziert mit Silber, Gold und Edelsteinen. Wiederum wurde es von dem fleißigen Baumeister Shah Jahan Mitte des 17. Jahrhunderts in Auftrag gegeben.




Weiter ging es per TukTuk zum Gurudawara Bangla Sahid, dem größten Sikh Tempel Dehlis. Schon von Weitem erkennt man ihn an seiner goldenen Kuppel. Auch im Tempel ist alles prunkvoll mit goldenen Wänden und Kronleuchter.


Mitten im Raum der Altar mit dem Heiligen Buch. Auf dem Gelände gibt es auch ein großes Wasserbecken. Dort können die Gläubigen baden und sich von ihren Sünden reinwaschen. Für Frauen gibt es extra abgeteilt ein Haus dafür. Für einen kurzen Moment hatten wir überlegt – aber nein, nichts für uns. Wir kamen in ein weiteres Gebäude mit einem großen Saal und anliegender Küche.
Zu unserer Überraschung werden dort jeden Tag mehrere tausend Menschen mit Essen versorgt. Jeder bekommt eine Mahlzeit umsonst. Es war beeindruckend, wie das organisiert war und wie viele ehrenamtliche Frauen und Männer dort beschäftigt waren. Übrigens ist die Tempelanlage immer geöffnet, sodass jeder der Hilfe sucht, sie auch bekommt. Sei es auch ein Schlafplatz oder medizinische Versorgung.

Auf unserer wilden Fahrt durch Dehli in Richtung Lodi Garten sahen wir das India Gate mitten auf einen großen Kreisverkehr. Es erinnerte etwas an Paris. Angekommen am Lodi Garten fanden wir einen Ruhepunkt mitten in Dehli. Viel Baumbestand, angelegte Beete und viele Wege laden zum Verweilen ein.



Der Name des Parks stammt von der Lodi Dynastie im 15. Jahrhundert. Dort stehen Grabmähler, Häuser und eine Moschee, alles war noch trotz des Alters ziemlich gut erhalten.




Akshardham und Lotus Tempel
Akshardham erbaut in nur 5 Jahren und der Losus tempel, er macht seinem namen alle ehre
Heute fuhren wir zum Akshardham Tempel, der 2005 eröffnet wurde. In nur 5 Jahren Bau entstand der wirklich außergewöhnliche Hindu Tempel. Das Gelände ist mit hohen Mauern umgeben und man kann nur mit Kontrolle und Abgabe aller elektronischen Geräte sowie Kameras hinein. Um es euch trotzdem zu zeigen haben wir Bilder von der Homage heruntergeladen, natürlich mit Angabe der Quelle.

Wenn man die Bilder anschaut, ist eine Beschreibung eigentlich nicht mehr notwendig. Soviel Details mit Formen und Gestaltung lassen jeden nur noch staunen. Die meisterhaften Gravuren und Schnitzereien von Blumen, Tieren, Tänzern, Musikern und Gottheiten sind der Wahnsinn.




Die vielen Säulen im Innenraum ebenfalls kunstvoll verziert. In der Mitte die goldene Statue von Bhagwan Swaminarayan, dem dieser Tempel gewidmet ist.

Um den Tempel sind 148 Elefanten, 125 Personen, 42 weitere Tiere und dekorative Kulissen. Alles wurde aus Stein gefertigt, so lebensecht und so detailliert. Es zeigt verschiedene Szenen immer in Verbindung mit den Elefanten und soll eine Botschaft für ein friedliches Miteinander und Liebe zur Natur sein.
Als Abschluss des Tages besuchten wir noch den Lotus Tempel („Bahà i House of Worship“), der 1986 fertiggestellt wurde. Wie der Name bereits erkennen lässt, wurde der Tempel wie eine riesige Lotusblüte aus Marmor gebaut und ist mit Wasserbecken umgeben.



Ein Blick von oben zeigt eindrücklich, mit wie viel Handwerkskunst hier gearbeitet wurde.
Innen ist es eher schlicht gehalten, weder Gemälde noch Statuen. Hier haben bis zu 1.300 Besucher aller Glaubensrichtungen Platz. Es ist ein Ort der Stille und der Meditation. Sehr beeindruckend.
Humayun’s Tomb („Humayun´s Grabmahl“)
Humayun’s Tomb, vorbild des Taj Mahal; Birla-Haus, der ort an dem Gandhi ermordet wurde
1565 wurde der Auftrag zum Bau von Humayuns Hauptwitwe erteilt. Hier wurde der Mogulherrscher, sowie seine Frauen und Söhne bestattet. Es ist das erste prächtige Grabmahl und diente als Vorbild des Taj Mahal.

Materialen wie Sandstein und Marmor wurden hier verwendet, aufwendige Intarsienmuster sowie Fenster Gitterwerk aus Stein als Fenster.

Auf der Anlage gibt es noch 2 weitere Gräber, ein Grab und eine Moschee für einen beliebten und erfolgreichen Adligen und das zweite Grab für Humayuns Lieblingsbabier.
Was wäre ein Indien Besuch ohne dass man mit Mahatma Gandhi in Berührung kommt. Wir besichtigten das Birla-Haus in dem Gandhi bis zu seinem Tod gelebt hat und den Garten, wo das Attentat 1948 statt fand.

Der große, weiße Bungalow und das Grundstück gehörten dem indischen Industriellen Birla, der Gandhis und Nehrus Unabhängigkeitsbewegung stets unterstützt hatte.(August 1947 wird Indien unabhängig und Pakistan wird gegründet).

Heute ist das Birla-Haus ein Museum. Man konnte dort sein Zimmer und ein paar persönliche Dinge sehen. Sehr interessant war auch ein interaktives Museum, dass seinen Lebensweg sehr gut beschrieben und erklärt hat. Aber wirklich ergreifend war der Platz, an dem das Attentat statt fand. Von dem Haus bis in den Garten säumten in Gips gegossene Fußabdrücke. Dies war sein letzter Weg bis dahin, wo die Schüsse fielen.




Dies war leider unsere letzte Station, und bestimmt die Traurigste und Ergreifendste. Nun ging’s wieder zurück nach Old Germany bzw. China, mit tollen Eindrücken und vielen Erlebnissen, die sicherlich noch lange in unseren Köpfen schwirren. Wer weiß, vielleicht kommen wir wieder 😉
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