Kambodscha

Auf dieser Seite haben wir unser Reise nach Kambodscha beschrieben.

Kambodscha-Reise Intro

Hier ein paar informationen über Land und leute

Um Kambodscha geographisch kennen zu lernen, hier ein paar Eckdaten:
Im Westen und Nordwesten von Kambodscha liegt Thailand, im Nordosten Laos und im Osten und Südosten liegt Vietnam. Im Südwesten ist Küste, hier grenzt das Land an den Golf von Thailand. Insgesamt hat Kambodscha ca. 17 Millionen Einwohner. Die beiden Städte mit den meisten Einwohnern sind Phnom Penh mit ca 3 Millionen, und Siem Reap mit ca. 300 000 Einwohner. Kambodscha hat eine Fläche von 181.035 km².

Fast das gesamte Landesinnere wird von einer riesigen, tiefliegenden Schwemmlandebene eingenommen, das fruchtbare Mekong- und Tonle-Sap-Becken. Es gibt den großen Tonle Sab See, der wie auch die beiden Flüsse Menkong und Tonle Sap sich in der Regenzeit füllen und viele Teile des Landes überfluten. Der See vergrößert sich von der Trockenzeit mit 2.700 km² auf 10.400 km² während der Regenzeit. Das führt aber dazu, dass die Böden fruchtbar werden und sich ausgezeichnet zum Reisanbau eignen. So kann in kurzer Zeit etwa 3 mal im Jahre geerntet werden.
Bereits im Juli letzten Jahres hatten wir die Reise nach Kambodscha geplant. Leider aufgrund eines schlimmen Zwischenfalls in der Firma mussten wir damals unseren Urlaub stornieren. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. So nutzten wir nun die Gelegenheit an den Bankholidays in China unsere Pläne für diese Reise endlich umzusetzen. Uns interessierte das Land und die Geschichte schon bevor wir nach China kamen und im Besonderen die antike Stadt Angkor Thom, damals die Hauptstadt des Königreichs der Khmer.
Die Anreise am Vortag erfolgte recht spät, so dass wir, nach 4h15m Flug, erst um 23:15 in Phnom Penh landeten. Es war verrückt, wie es hier noch warm war. Wir hatte noch über 30 Grad um Mitternacht. Unser Guide Van und sein Fahrer holten uns ab und brachten uns ins Hotel. Dort war dann nur noch schlafen angesagt, denn morgen früh ging‘s ja gleich mit den geplanten Ausflügen los.

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Phnom Pen City

Besuch des Königspalasts mit Silberpagode und Thronhalle, Nationalmuseum und den Tempel Wat Phnom

Wir wurde wie vereinbart um 09:00 Uhr vom Hotel abgeholt. Für den heutigen Tag war Phnom Penh eingeplant, um die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu besichtigen. Es hatte kaum merklich abgekühlt und wir kämpften wirklich mit der Hitze. Möglichst nicht in der Sonne stehen. Ausgerüstet mit langarm Shirt, lange Hose und den Sonnenhut ging’s los in Richtung Königspalast. Zurzeit ist Nebensaison, aber trotzdem war viel los auf den Straßen. Viele Roller und Tuk Tuks waren unterwegs und das Straßenbild ähnelte dessen von Thailand. Nach kurzer Fahrt sind wir an dem großen Gelände des Königspalastes angekommen. Der Palast und die Gebäude wurde in den Jahren 1866-1870 von König Norodom Sihanouk I. in Auftrag gegeben.

Alles sah sehr prunkvoll und gepflegt aus. Vieles ist restauriert und manche Gebäude wurden gerade restauriert. Zwischen den, hauptsächlich im Khmer-Styl gebauten Gebäude, steht der Napoleon – Pavillon. Während der französischen Kolonialzeit im späten 19. Jahrhundert schenkte Napoleon III. dem damaligen König das Gebäude als Zeichen der Freundschaft und der diplomatischen Beziehungen. Auf Grund seine Form und seiner weißen Fassade hebt es sich optisch von allen anderen Gebäuden sehr stark ab und passt so gar nicht zu den hauptsächlich in Gelb gehaltenen Gebäuden. Ganz besonders gefiel uns die Silberpagode, Wat Preah Keo, ein buddhistischer Tempel.

Das besonders an diesem Tempel ist der Boden, der mit über 5000 Silberfliesen, zum Schutz sind die meisten mit einem riesigen Teppich abgedeckt ausgelegt ist. Jede Menge Kunstgegenstände und Gemälde kann man hier bewundern, mehrere Buddhas vergoldet und versilbert, und ein besonders wertvollen Buddha, der mit über 9.000 Diamanten besetzt ist. Die Thronhalle ist auch wunderschön und sehenswert. Reichlich geschmückt wird sie heute noch für Zeremonien, wie zum Beispiel bei Empfängen oder zu Hochzeiten, genutzt.

Danach fuhren wir zum Nationalmuseum. Dort erst mal eine kurze Pause mit kalten Getränken und einer Kleinigkeit zur Stärkung.
Das zwischen 1917 und 1920 erbaute Nationalmuseum ist auch im traditionellen Khmer Styl gebaut. Schön angelegte Gärten außen wie auch innen luden zum Verweilen ein. Nur nicht heute, da es viel zu heiß ist. Wir waren froh, mal ein schattiges Plätzchen für eine kurze Pause zu ergattern. Im Inneren findet man kostbare Schätze antiken Khmer-Skulpturen. Viele Bronze Figuren sind aus dem 6. bis 9. Jahrhundert und zeigen unter anderem verschiedene Götter des Hinduismus wie Vishnu, Shiva und Brahma.

Auch Ganesha der Elefantengott und Hanuman der Affengott. Alle sind uns bereits auf unserer Reise in Indien begegnet. Es war sehr beeindruckend, wie fein und detailliert diese Figuren damals gefertigt wurden.
Ebenfalls konnten wir einige Skulpturen aus Sandstein und Ton bestaunen.

An der Gestaltung der Skulpturen ist es möglich festzustellen, in welcher Zeit sie gefertigt wurden. Die markanten Merkmale sind die Ohren, die Frisur, der Körperbau und natürlich die Kleidung.
Danach ging unsere Reise im klimatisierten Auto weiter und während der Fahrt konnten wir uns etwas von der Hitze erholen. Es tat richtig gut, mal dieser Hitze zu entfliehen.
Ein Besuch des Tempels Wat Phnom auf dem einzigen Miniberg in Phnom Penh, war ein weiteres Highlight. Eine lange Treppe, auf deren Mauer beidseitig mystische Nagas den Weg nach oben zeigten, führte uns direkt zum Eingang.

Der buddhistischen Tempel war innen prunkvoll gestaltet. Die Wände zeigen viele Bilder über Begebenheiten aus der Geschichte sowie Erzählungen aus der Religion. Wir konnten einen vergoldete Budha sehen und einige weitere buddhistischen Skulpturen.

Einige Gläubige brachten Opfergaben wie Obst, Blumen und natürlich Geldscheine dar. Wir konnten einen Mann beobachten, der aus den bereitgestellten Schalen die Scheine entnahm, zählte und zusammenband. Die große Menge an Scheinen ist nicht verwunderlich, denn der Umrechnungskurs Khmer Riel und Euro ist aktuell 5.000 Riel sind 1 Euro. Deshalb wird in Kambodscha auch viel mit US Dollar bezahlt, ist einfach weniger Papier.
Auf dem Gelände um das Wat begegneten wir mehreren Nashornvögeln, die hier nach Nahrung suchten. Einer davon störte sich wahrscheinlich am Ablichten. Dieser flog dann kurzerhand mit schwerem Flügelschlag an einen sicheren Platz hoch in einem nahegelegenen Baum. Es war etwas außergewöhnliches, diese großen Papageien von so Nahem zu erleben.

Eine weitere Attraktion gab es auf der anderen Straßenseite. Hier hatten sich Hunderte von Fledermäusen an einem Baum, mit dem Kopf nach unten hängend, eingefunden. Das war sehr ungewöhnlich die nachtaktiven Tiere einmal nicht in Höhlen oder dunklen Gebäuden zu entdecken.

Danach besuchten wir noch zum Abschluss den großen Central Markt Phsar Thmei. Das mächtige Gebäude aus der französischen Kolonialzeit wurde 1935 gebaut. Es ist in Form eines Kreuzes errichtet, hat in der Mitte eine riesige Kuppel und vier Flügel.

Für jedes freie Plätzchen, auch war es noch so klein, wurde mit einem Verkaufsstand besetzt, so dass alles mit Waren aller Art übersäht war. Auch rund um das Gebäude sind zahllose Stände, die sich mit Schirmen und Markisen gegen die Sonne schützten. Im Markt herrschte buntes Treiben, und es herschte ein sehr heißes Klima. Wir fragten uns, wie die Händler das hier den ganzen Tag aushalten konnten. Einige trugen feuchte Tücher auf dem Kopf, andere legten sich sogar Eiswürfel darauf. Die Auswahl an Produkten war unendlich. Von Lebensmittel über Kleidung bis hin zum Schmuck und Souvenirs. Hier konnte man alles kaufen. Wir hatten ehrlich gesagt keine Lust auf diese Art von Shopping. Wäre etwas Einzigartiges dabei gewesen, hätten wir nicht nein gesagt. Aber überall immer wieder dasselbe, nur Massenware und keine Unikate. Wir gaben unserem Guide Bescheid und zogen ab.

Für eine kühle Dusche und ein wenig Ausruhen fuhren wir zurück ins Hotel, denn abends war noch eine Schiffsfahrt mit der Sunset Cruise geplant. Nachdem wir uns etwas erholt hatten, wurden wir wie geplant abgeholt und fuhren zur Anlagestelle.

Über den Mekong und den Tonle sap River ging dann die Fahrt bis zum Sonnenuntergang. Gemütlich fuhren wir 1 Stunde und konnten das Leben und Treiben von Phnom Penh vom Wasser aus beobachten. Auch hier war die Wärme immer noch spürbar, doch der Fahrtwind wandelte sie in eine lauwarme Briese um.

Danach genossen wir beide noch ein Dinner auf der Titanic, so hieß das Restaurant. Direkt am Ufer gab es typische Khmer Spezialitäten. Wir aßen Chicken Amor und Curry Chicken, Schrimps Salat mit Pomelone, und Chicken Salat mit landestypischem Dressing. Hier wird viel Zitronengras verwendet, was für unseren Geschmack etwas gewöhnungsbedürftig war.

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Siem Reap – Tonle Sap Lake

Besichtigung der Dorfes Kompong Phluk und Fahrt auf dem Tole Sap Lake

Wir verließen Phnom Penh mit dem Flugzeug um 10 Uhr. Heute ging’s nach Siem Reap und dem UNESCO Weltkulturerbe Angkor. Ein kurzer Flug von 50 Minuten, bei dem wir sogar mit einem kleinen Snack versorgt wurden, brachte uns in den Norden von Kambodscha.
Unser Guide Mr. Pros und Fahrer holten uns ab. Wir fuhren zum Tonle Sap Lake, den größten Südwassersee Südostasiens, um das schwimmende Dorf Kompong Phluk zu besuchen und um einen Eindruck über das Leben der dortigen Bewohner an diesem besonderen Ort zu bekommen. Hier sind alle Gebäude auf Stelzen gebaut und jeder der Bewohner hat ein Boot vor der Tür. Wir waren gespannt, was wir dort erleben werden.
Von der Hauptstraße aus bogen wir auf eine holprige und unbefestigte Straße ab, die uns in dieses Gebiet führte. Sehr trockene rotbraune Erde wirbelte auf und die Schlaglöcher machten die Fahrt turbulent und nicht einfach. Immer wieder sahen wir am Straßenrand Leute, die die Straße bewässerten und somit den Staub etwas in den Grenzen hielten. Jedes Jahr ist dasselbe Ereignis. In der Regenzeit steigt über 6 Monate das Wasser an, danach fällt über den gleichen Zeitraum der Wasserstand wieder bis zur Trockenzeit, so wie wir es jetzt erlebten.
Aber die Leute, wie auch die Natur, ist darauf eingestellt, sogar die vielen Mangrovenbäume können der Hitze und dem Wasser trotzen.

Wir sehen die ersten Häuser und Bewohner. Da sie auf Stelzen gebaut sind, bieten die Häuser drunter viel Schatten. Und das Leben findet in der heißen Zeit eben unter dem Haus statt.

Wir sehen viele Hängematten, auf denen man es sicherlich gemütlich geschützt von der Hitze aushalten kann. Wir stellten uns vor, wie das Gelände wohl in der Regenzeit aussieht, die Straßen, auf der wir fuhren, einfach weg, komplett unter Wasser.

Ein zweiter Besuch Kambodschas wäre auf jeden Fall eine Überlegung wert, aber dann nach der Regenzeit, wenn alles Überschwemmt ist.
Wir machten mitten im Dorf einen Stopp und sahen jede Menge Schiffe, die teilweise auf dem Land teilweise im Wasser waren.

Unglaublich, dass wir dort überhaupt mit dem Schiff fahren konnten. Exklusiv für uns wagte sich ein Kapitän auf sein Boot und unsere Fahrt auf dem Tonle Sab Lake begann. Vorbei an jeder Menge weiteren Booten schlängelte sich unser Schiff entlang.

Immer wieder blieben wir stecken, da das Wasser einfach zu flach war, und das Boot aufsetzte. Als es dann wieder besser war spritzte hinter uns das schlammige Wasser in einem hohen mit einem braunen Strahl heraus, was für ein Anblick.

Im Boot saßen wir auf wackeligen Stühlen, und insgesamt war das Boot in keinem guten Zustand. Wir hofften, dass wir wieder heil zurückkommen. Endlich dann, die große Wasserfläche des Tonle Sab Lakes. Unendlicher Blick, kein Land in Sicht. Wir sahen ein paar Fischerboote und einige Wasserinseln, schwimmende große Flächen auf dem Wasser, die dort teilweise auch für Touristen gebaut wurden.

Auch wir stoppten an so einer Insel. Das besondere hier war die Krokodilzucht, die hier zu sehen war. Unser Guide meinte, dass es sie anscheinend auch noch einige wenige im See gibt, aber die meisten seinen bereits von den Einwohnern verspeist worden.

Auch 2 Pythons hatten sie und naja, das war dann doch alles wieder so ein Touri Ding, womit wir nichts anfangen konnten. Nach den kurzen Einblicken ging unsere Fahrt wieder zurück an Land. Immer wieder sahen wir Fischer, entweder auf dem Boot oder auch im seichten Wasser.

Hier leben die Menschen natürlich vom Fischfang. Er wird frisch, aber auch geräuchert, in der Stadt verkauft.

Des Weiteren leben sie vom Reis und Gemüse Anbau und viele auch vom Tourismus. Wir haben viele Kinder dort springen und spielen sehen. Wir erfuhren von unserem Reiseleiter, dass es immer noch wichtig ist, viele Kinder zu haben. Allerdings wie deren Aussichten sind, ein anderes Leben als dieses zu führen, wissen wir nicht. Es gibt zwar Schulen, aber wie so oft, wird die Hilfe/ Arbeit der Kinder für das Auskommen der Familie benötigt.
Nach den vielen Eindrücken fuhren wir wieder zurück ins Hotel. Im Aviary Hotel angekommen gingen wir es einmal an den Pool, um uns im kalten Nass etwas zu erfrischen.
Die Armut und die hier herrschenden Lebensumstände haben uns aber auch nachdenklich gemacht. Im Vergleich mit unserem Lebensstandard muss es den hier lebenden Menschen unser Leben doch ganz schön dekadent vorkommen. Wir hofften zumindest, mit unserem Besuch ein wenig den Menschen geholfen zu haben.
Um 17 Uhr wurden wir wieder von unserem Guide abgeholt, um den Sonnenuntergang am Angkor Wat zu sehen. Diesmal ging es mit einem Tuk Tuk dorthin. Es war beeindruckend, den Gebäudekomplex mit seinen weltbekannten 5 Türmen zu sehen. Während wir auf den Sonnenuntergang warteten, erzählte uns unser Reiseleiter etwas über Angkor. Angkor wurde vor fast 1000 Jahren gebaut, und war lange im dichten Dschungel verschollenen. Erst 1860 wurde Angkor von dem Franzosen Henri Mouhot wieder entdeckt und erkundet. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Befreiung von der Vegetation und einige Renovierungsarbeiten. 1992 erklärt die Unesco die Ruinen zum Weltkulturerbe. Ab da wurde Angkor zu einem beliebten Touristenziel. 2015 besuchten mehr als zwei Millionen Menschen die Stadt.
Inzwischen war die Sonne weg und das versprochene Leuchten auf Angkor Wat blieb aus.

Uns war das schon vorher klar, es hatte zu viele Wolken am Himmel, das war schade. Als Trost schickte er uns ein paar Bilder wie es hätte aussehen können, na toll.

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Angkor Wat, Angkor Thom, Ta Prohm und der Tempel Tempel Pre Rup

Heute sehen wir alles, was Ankor so besunders macht inkl. dem Tomb Raider Tempel

Heute erkundeten wir Angkor, die ehemalige Hauptstadt des Khmer Reiches. Der gesamte Komplex samt dem Waldgebiet erstreckt sich über etwa 400 km². Zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert war Angkor der Mittelpunkt des Khmer König Reiches. Einige Überreste sind heute noch zu sehen, darunter viele Tempel, wie Angkor Wat, den wir ja gestern Abend bereits von außen gesehen hatten, der Bayon Tempel mit seinen vielen Säulen, auf denen jeweils in Stein gehauene Gesichter zu sehen sind. Immer 4 an einer Säule, für jede Himmelsrichtung eins. Und nicht zu vergessen den Ta Prohm, der durch viele Filme auch als Tomb Raider Tempel bekannt ist.

Um 08:30 war Abfahrt zum berühmten Angkor Wat. Heute fuhren wir wieder in der klimatisierten V-Class. Die Strecke war uns schon bekannt, raus aus Siem Riep und in Richtung eines großen Waldgebietes. Es war noch früh am Morgen, trotzdem spürten wir die Hitze auf unserem Körper. Wieder gut geschützt vor der Sonne ging die Erkundung Angkors los. Zuerst mussten wir ein Stück durch den Wald laufen, vorbei an manchen Ruinen und Steinbergen.

Dann nach ein paar hundert Meter sahren wir endlich Angkor Wat mit seinen ganzen Ausmaßen sehen.

Umgeben von einer hohen Mauer ragt der Tempel hervor. Eine Seite der im Quadrat angelegtem Tempelmauer misst 300 Meter. Angkor Wat wurde im 12. Jahrhundert wie ein Tempelberg gebaut und besteht aus verschiedenen Abschnitten. Mittendrin ragen die 5-lotusförmigen Türme heraus.

Bemerkenswert sind die zahlreichen, an den Wänden zu bestaunenden Flachreliefs. Die in Stein gemeißelten Abbildungen verschiedenen Geschichten aus der Zeit und unzählige Abbildungen von Aspera Tänzerinnen. Unser Guide erklärte uns einige Episoden, doch anhand der Menge konnten wir uns nicht alles merken. Wir hielten die Eindrücke lieber als Bild fest.

Je weiter wir zum Tempelzentrum gingen desto höher kamen wir und umso besser wurde der Blick über das riesige Gelände. Gut, dass es dort viel Schatten gab, denn die Gänge und Ebenen waren wie Tunnel gebaut und meist nur an einer Seite von Säulen gestützt, offen. So bot es viel Schutz gegen die große Wärme von +40 C.

Im Innenbereich ging es dann noch eine Steile Treppe hinauf zu Zentrum des Bauwerkes. Die originale Treppe war aufgrund akuter Strutzgefahr gesperrt es war aber ein einer anderen Stelle diese mit einer provisorischer überbaut, so dass man den oberster Bereich erklimmen konnte, wenn man den schwindelfrei ist.

Der quadratische Komplex barg in dessen Zentrum mehrere offene Räume in denen verschieden Buda-Staturen zu sehen sind.

Laut unserem Guide wurde Angkor Wat in 37 Jahren fertig gestellt und höchstwahrscheinlich wollte der Erbauer Suryavarman II. Angkor Wat es damals als gewaltigen Grabkomplex erbauen lassen.

Wir verließen den Tempel und liefen durch den großen Park, die umliegende Mauer und über den Wassergraben direkt zu unserem Auto.

Dort wartete unser Fahrer bereits mit kalten Getränken und einem erfrischenden Tuch auf uns, das war eine wahre Wohltat. Das Tuch duftete nach Pfefferminze und war wie die Getränke in einer Eistruhe hinten im Auto verstaut. Es war schon ein toll Service und hilfreich, wie das organisiert war, so konnte es sich aushalten.
Wir fahren weiter zum Angkor Thom, der eigentlichen Stadt des Khmer Reiches. 4 Zugänge führen nach Angkor Thom. Die Zugänge sind jeweils rechts und links gesäumt mit einigen Buddha Köpfen.

Wir fuhren durch das South Gate, das mit vier Gesichtern gekrönten Stadttor.

Dort besichtigten wir den Bayon Tempel, dessen Highlight auf jeden Fall seinen vielen Gesichter-Türme sind. Beim Erkunden des Tempels begegneten wir immer wieder den lächelnden Gesichtern, und wir wunderten uns, wie sie nach solch langer Zeit immer noch in die Welt hinaus strahlten, beeindruckend. An den Mauern und Wänden des Tempels sahen wir wieder unzählige Flachreliefs. Auch die Torbögen und Säulen waren mit wunderbaren Steinmetzarbeiten versehen. Und wenn man genau aufpasste, entdeckte man wieder ein lächelndes Gesicht.

Wir verlassen Angkor Thom durch das Deads Gate, wieder vorbei an zahlreichen Buddha Köpfen. Weiter geht’s zum Ta Prohm, dem Tomb Raider Tempel.

Hier hat der kambodschanische Dschungel ganze Arbeit geleistet. Zwischen, auf und um die Gebäude wurzelnden viele Bäume. Besonders schlängeln sich die mächtigen Wurzeln der Würgefeigen und der noch mächtigeren Tetrameles-Bäume durch die Ruinen.

Die Wurzeln schlingen sich wie die Tentakel eines Kraken um die alten Bauten, und oft meint man, dass sie das ganze Gebäude zusammenhalten und vor dem Einsturz bewahren. Aber natürlich wurde dadurch auch vieles zerstört. Trotzdem war der Anblick sehr beeindruckend und wir waren uns einig, dass es kein Wunder sei, dass dieses Gelände als Filmkulisse diente.

Nach einer kurzen Essenspause besichtigten wir noch den Tempel Pre Rup. Dieser wurde nicht wie alle anderen Gebäude aus Sandstein gebaut sondern hauptsächlich aus Backsteinen. Es ist eine kleinere Tempelanlage und ist bereits im 10. Jahrhundert erbaut worden. Die Form ist wieder ein Pyramidentempel mit verschiedenen Ebenen.

Viele Stufen führten bis nach oben und man hatte dort einen wunderbaren Blick. Leider war hier schon sehr viel verfallen, so konnte man sich nur mit Fantasie vorstellen, wie es damals ausgesehen hatte.

Auf Grund der Hitze und der vielen Eindrücke waren wir sehr erledigt und sehnten uns auf eine Abkühlung im kühlen Wasser.
Zurück im Hotel hatten wir ein bisschen Zeit wieder Kraft zu schöpfen, denn abends besuchten wir eine traditionelle Apsara Tanzvorführung mit Abendessen. Wir sahen heute in den Tempeln bereits viele Reliefs von Apsara Tänzerinnen. Sie waren damals im Khmer Reich göttliche Tänzerinnen zur Unterhaltung der königlichen Familie. In der heutigen Aufführung tanzten Tänzerinnen und Tänzer in herrlichen bunten und reichlich geschmückten Kostümen. Dazu passend eine traditionelle Musik. Beim Tanz ist die Bewegung der Hände und Füße im Mittelpunkt, unglaublich, wie mal diese Finger so bewegen und verbiegen kann.

Die Anstrengung dafür war sichtlich erkennbar, für die hier gezeigte Präzision. Spät am Abend wurden wir mit dem Tuk Tuk wieder ins Hotel gebracht, herrlich war die Fahrt, immer die laue Luft um die Nase. So konnte man die Wärme aushalten.

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Kulen Elephant Forest

Ein „Altersheim“ für Elefanten die in „Rente“ sind

Auf geht’s heute zum Kulen Elephant Forest. Eine Stunde Fahrt von Siem Reap, gefühlt mitten ins Niemandsland. Auf schmalen Straßen, teilweise unbefestigt, bis sogar am Ende eine einspurige Straße mit Sand. Erstaunlich, wie der Fahrer mit seinem kleinen Bus hier gekonnt fuhr. Unbeschadet angekommen ging ein Pfad zu einem großen Haus, wo wir mit einem kühlen Wasser begrüßt wurden.

Der Guide erzählte uns dann einiges über das Leben der Elefanten. Die aus Angkor kommenden Elefanten, die ihr bisheriges Leben mit dem Transport von Touristen verbracht haben, können hier in schöner Umgebung und guter Pflege ihren Ruhestand verbringen. Hier werden sie gut versorgt und haben alles, was sie brauchen. Auch erklärte er uns, wie man sich in Gegenwart dieser Tiere verhalten sollte, da es nicht ungefährlich sei. Sogar einen Zettel mussten wir unterschreiben, damit die Sache mit der Haftung geklärt war. Und dann ging es auch schon los. Mit zwei Körben voller Bananen und Kürbis waren wir den Tieren ganz nah.

Wir konnten sie füttern, streicheln und natürlich Selfies mit ihnen zusammen machen.

Interessant was für Töne Elefanten so machen. Der Rüssel ist wie ein Staubsauger und wird auch zum Trinken eingesetzt. Sie können aber auch Essen aufsaugen und man hört dann im Rüssel den Luftstrom. Die Elefanten fraßen schnell und in kurzer Zeit waren die Körbe leer. Dann ging es los mit dem täglichen Spaziergang, denn die Tiere müssen auch bewegt werden.

Wir begleiteten 3 Elefanten. Gemächlich trotten sie los und wir hinterher. Sie kannten offensichtlich ihren Weg und immer wieder blieben sie stehen und fraßen sie Gras. Plötzlich verschwanden 2 davon hinter einem dichten, hohen Gebüsch. Der 3 Elefant wartete geduldig unter einem Baum und lies sich streicheln und ablichten. Plötzlich tauchten die zwei wieder auf, witzig wie sie sich den Weg durch das Dickicht bahnten, und fraßen dabei gemütlich weiter.

So ein Elefant frisst ca. 10 % seines Gewichts (300 bis 400 kg) pro Tag. Wenn man bedenkt, dass Elefanten in Gefangenschaft zu ca. 70% gefüttert werden und nur 30% selbst fressen, ist schnell klar, welche Menge da täglich bereitgestellt werden müssen. Aber sie genossen auch sichtlich das Gras was ihnen so vor den Rüssel kam.

Irgendwann wurde es dem 3. Elefanten zu langweilig und er knallte seinen Rüssel auf den Boden, dass wir alle von dem lauten Donner erschraken. Unser Guide meinte, dass er die Gruppe wieder vereinen möchte und rief sie auf somit auf, dass es Zeit ist, weiterzugehen. Was dann geschah war das absolute Highlight. Alle drei trotteten schnurstracks zu einem kleinen Wasserlauf, wo sie sich voller Freude ein Schlammbad könnten. Schlammbad heißt: mit dem Rüssel das schlammige Wasser einsaugen und danach den Rüssel nach hinten oder auf die Seite zu spritzen. Und das nicht nur einmal.

Zwischendurch kratzten sie sich an Baumstämmen und großen Wurzeln, das war gutes Peeling für die Haut. Es war herrlich die Tiere zu beobachten, denn sie hatten merklich ihren Spaß daran. Als es dann genug war gingen sie zurück zu dem Platz, wo wir sie gefüttert hatten, der eine mehr, der andere weniger braun statt grau.

Auch auf dem Weg wurde immer wieder die Haut an Bäumen gerieben. Als Abschluss wurden die Elefanten mit sehr viel Wasser abgespritzt, danach sahen sie wieder richtig schön aus. Auch bekamen sie Trinkwasser direkt mit dem Schlauch ins Maul. Ja, nix mit ein Eimer Wasser, da geht was rein in so ein großes Tier.

Wer noch mehr über dieses Projekt erfahren möchte, hier der Link: Kulen Elephant Forest
Wir waren sehr beeindruckt, wie hier mit den Elefanten umgegangen wird. Davor hatten wir Zweifel, ob das nicht wieder mal so eine Zirkus-Veranstaltung ist. Aber nein, wir hatten beide das Gefühl, dass es den Elefanten hier wirklich gut geht, und sie ihren Ruhestand genießen können. Wir mussten nun Abschied nehmen, und fuhren wieder zurück zum Hotel. Den restlichen Tag verbrachten wir am Pool und abends noch eine Runde ums Hotel mit einem Abendessen.

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Richtung Kulen Berg und besichtigung der 1.000 Lingas

Holprige Straßen, Mango Plantagen und was sind Lings?

Wieder einmal kam der letzte Tag unserer Reise durch Kambodscha viel zu schnell. Noch einmal dürfen wir heute die heiße Luft spüren, die holprigen Straßen und unberührte Landschaften „genießen“. Unterwegs kommen wir auch an zahlreichen kleinen Läden vorbei, die am Rande der Straße auf Kunden warten.

An einem hatten wir kurz an um uns die da angebotenen Waren zu begutachten. Aus einer Frucht wird durch das Einkochen des Saftes sogar ein art Sirup erzeugt.

Hier sehen wir an einem Baum auch das erste mal ein Cashew Nuss im Original, wobei es eigentlich um einen Kern und nicht um eine Nuss. Das rote Fruchtfleisch ist als Saft oder Muss auch genießbar.

Auf der Fahrt sahen wir viele Mango Plantagen und machten dann auch mal bei einem Stopp, um uns das genauer anzusehen. Gefühlt ist die Mango für Kambodscha wie die Kiki für Neuseeland. Viele haben einen eigenen Baum in ihrem Garten, daher ist der Preis sehr günstig, 5kg für 1 Euro. Schmecken hier auch unheimlich gut und werden auch in vielen Speisen mitverarbeitet.


Wir fuhren heute in Richtung Kulen Berg und da sahen wir etwas, dass uns auf unseren bisherigen Reisen nie begegnet ist. Ein Fluss, auf dessen Flussbett über 1.000 Lingas (männliches Fruchtheitssymbol) und viele verschiedene Hindu-Götter in den Stein geschnitzt waren. Vor über 1.000 Jahren hatten hier die Mönche über ein langes Stück des Flusses dieses Werk erschaffen. Das Wasser, das hier drüber fließt, wird so gereinigt und heiligt. Dieses fruchtbare Wasser floss dann bis nach Angkor und schließlich über einem Nebenfluss in den Tonle Sap-See hinein. So wurde ein großer Teil Kambodschas mit diesem besonderen Wasser versorgt.

Unser nächster Stopp war ein heiliger Ort, die Preah Ang Thom Pagode. Auf dem Weg zur Pagode gab es jede Menge Souvenirstände und alles mögliche und unmögliches zu essen. Vieles davon hatten wir bereits mehrfach gesehen.

Eine lange Treppe mit einer Naga-Balustrade und oben mit einem reich geschmückten Eingangstor, der zum Tempel führt.

Jede Menge Gläubige hatten sich hier vor einer Anbetungsstätte versammelt.

Noch ein Stück weiter oben konnten wir einen „Recycling“ Buddha Statue auf einem Monolith sehen. eine sehr steile Steintreppe führte hinauf bis zum Eingang.

Es ist ein 8 Meter langer, liegender Buddha im Nirvana, beschützt von vielen Begleitern. Der Buddha wurde vor 500 Jahren aus dem einem Stein gehauen, genauer gesagt aus einem Monolith. Dabei wurde von ganz ober angefangen, aus dem Stein den Buddha herauszuarbeiten, so dass es so aussieht, als hätte man ihn oben auf den Stein gelegt. Über der Stature hat man dann noch ein Holzhaus errichtet, die Statik hierzu würde ich gerne mal sehen.
Sehr beeindruckende Arbeit und wie immer ist der Buddha mit sehr großen Füße ausgerüstet. An so einer Stätte kommt man automatisch zur Ruhe und denkt über vieles nach. Auch haben wir Räucherstäbchen angezündet, die uns unser Reiseleiter spendiert hatte.

Weiter ging’s zum Phnom Kulen Wasserfall. Wieder ging der Weg an zahlreichen Ständen vorbei, hier wurde auch einiges zum Schwimmen und Planschen angeboten. Wir gingen immer weiter den Berg hinunter, am Ende über eine steile, klapprige Stahltreppe.

Schließlich kamen wir am Wasserfall an. Ein paar Leute holten sich dort eine Erfrischung und ließen sich fotografieren. Aber zum Baden war auch dort nicht genügend Wasser vorhanden. Wir setzten uns gemütlich auf einen Stein und sahen dem Treiben zu und staunten über den Einfallsreichtum sich im Wasser möglichst fotogen ablichten zu lassen.

Dies war auch gleichzeitig unser Abschied von Kambodscha, denn unser nächster Stopp war der Flughafen. Wir fuhren den gleichen Weg zurück über enge meist unbefestigte Straßen mit vielen Schlaglöchern. Am Ende, wie am Anfang, die Serpentinen, teilweise dicht an den Felsen vorbei. Gut, dass sehr wenig Gegenverkehr war.

Nun stand uns eine lange Rückreise bevor. Wir waren bereits um 15 Uhr am Flughafen. Um 18:00h ging der Flug nach Phnom Penh und um 0:10 h dann der Weiterflug nach Shanghai. Die letzten 4 Stunden nach Shanghai fanden wir auch keine Ruhe, somit waren wir dementsprechend gerädert. Angekommen sind wir dann kurz nach 5:00h morgens.
Etas wehmütig blicken wir zurück auf unsere Reise und sind wieder einmal dankbar, dass wir das so erleben durften.

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